DEN DINOSAURIERN AUF DER SPUR Im Jahr 1824 schrieb der Naturbeobachter William Buckland den ersten Beitrag über einen Ursaurier und Sir Richard Owen gab den Dinosauriern 1842 ihren Namen. Aus Überlieferungen weiß man, dass bereits 300 Jahre n. Chr. Dinosaurierknochen in China gefunden wurden. Doch erst ab dem 19. Jahrhundert fanden umfangreiche Ausgrabungen statt, die nur ein Ziel hatten: Dinosaurier. Inzwischen gibt es aus allen Erdteilen Fundmeldungen, und jedes Jahr kommen neue hinzu. Die meisten Dinosaurierfossilien stammen aber aus den USA, wo es regelrechte Dinosaurier-Parks gibt. Als Fossilien bezeichnet man die versteinerten Überreste von Tieren. Wenn Tiere gestorben sind, wird ihr Körper in der Regel von Aasfressern, Bakterien und Pilzen abgebaut. Manchmal kam es allerdings vor, dass Tierkadaver sofort mit Sand ( durch Sandstürme ) oder Schlick ( durch Überschwemmumgen ) bedeckt und so vor der normalen Zersetzung bewahrt wurden. Während die Weichteile dann langsam zerfielen, sammelten sich in den Knochen verschiedene Mineralien an. Als sich nun im Laufe von Jahrmillionen immer mehr Sand • und Gesteinsmassen ablagerten und der Druck in der Tiefe immer größer wurde, versteinerten die Knochen langsam und wurden zu Fossilien. Neben fossilen Zähnen und Knochen werden bei Ausgrabungen auch versteinerte Fußspuren, Hautabdrücke, Exkremente und Eier gefunden, die den Paläontologen ( Fachleute für ausgestorbene Tier ) die WIEDERHERSTELLUNG der Dinosaurier ermöglichen : - Erfahrene Paläontologen können aus versteinerten Fußspuren auf Laufgeschwindigkeit, Größe, Gewicht und Gehweise des Dinosauriers schließen und erkennen, ob es sich um ein einzelnes Tier oder um eine Herde gehandelt hat. - Versteinerte Exkremente zeigen die Ernährung, und fossile Pflanzenfunde lassen ein Bild vom Lebensraum der Dinosaurier entstehen. - Die Entdeckung fossiler Eier und Gelege gab erste Hinweise auf das Brutverhalten der Echsen - Unförmige Knochen und Gelenke zeigen, dass auch Dinosaurier unter Knochen krankheiten leiden konnten, und aus Knochen und Skeletten lassen sich Dinosaurier fast wieder zum Leben erwecken. Durch den Vergleich mit heute lebenden Tieren weiß man sehr genau, wie Knochen, Sehnen und Muskeln zusammenarbeiten. Daher ist es auch bei Fossilien möglich, die Knochen im Modell wieder mit Muskeln zu belegen und den Tieren eine neue Haut überzuziehen
Reine Fantasie ist jedoch die Farbgebung der Dinosauriermodelle, denn keiner weiß, wie Dinosaurier wirklich ausgesehen haben. Man vermutet heute jedoch, dass sie sich ähnlich wie viele Vogel • und Säugetierarten auch ebenfalls mit verschiedenen Zeichnungsmustern auf der Haut vor ihren Feinden getarnt haben. DINOSAURIERFUNDE IN EUROPA - Plateosaurus aus der Trias: 1837 bei Nürnberg - Eigelege aus der Kreidezeit: seit 1860 in Südfrankreich - Archaeopteryx: 1861 bis 1992 bei Solnhofen, 1876 bei Eichstätt - 29 Iguanodon • Skelette: 1878 bei Bernissart, Belgien DAS NEUE BILD VOM DINOSAURIER Lange Zeit galten Dinosaurier als plump, träge und ausgesprochen dumm. Doch seit einiger Zeit sehen Paläontologen die Echsen in einem ganz neuen Licht. Zwar ähneln Dinosaurier in vielen Merkmalen immer noch Reptilien ( Besitz einer Kloake, Eierlegen, einige Knochenmerkmale ), aber in anderer Hinsicht vergleichen viele Wissenschaftler sie immer häufiger mit heutigen Vögeln und Säugetieren. So sollen zumindest einige Dinosaurierarten nicht mehr wechsel-, sondern gleichwarm gewesen sein: Anders konnte man sich einige Skelettfunde nicht erklären, die auf schnelle Räuber hindeuten ( Deinonychus ), die ihre Beute ganz offensichtlich über eine längere Strecke verfolgt haben. Außerdem bestätigen Untersuchungen zum Knochenwachstum bei Säugetieren, Reptilien, Dinosauriern und Vögeln die Hypothese, dass bestimmte Dinosauriergruppen die Vorfahren der Vögel sein könnten. Und auch der Fund des berühmten Urvogels Archaeopteryx im August 1992 bei Solnhofen zeigte, dass Saurier und Vögel miteinander verwand sein müssen. Weitere Hinweise auf die Entwicklung der Dinosaurier ergaben sich aus zahlreichen Funden fossiler Nistplätze. Aus dem Aufbau der Dinosaurier-Nester glaubt man nämlich darauf schließen zu können, dass es bereits elterliche Fürsorge für den Nachwuchs gab. So sind sich die Forscher heute weitgehend einig, dass Dinosaurier ein ausgeprägtes Gemeinschaftsleben ( Sozialverhalten ) entwickelt hatten. Auch jagten manche Raubsaurier schon in kleinen Trupps, während sich Pflanzenfresser schützten, indem sie sich zu großen Herden zusammenschlossen. All dies setzt aber eine recht hohe Intelligenz bei Dinosauriern voraus, ohne die ein so ausgeprägtes Sozialleben nicht möglich gewesen wäre. Deshalb konnten Dinosaurier gar nicht so dumm gewesen sein, wie bisher immer angenommen. Copyright 2004, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh |